back on track since 365 days

heute vor einem jahr gings los. mit wiedereingliederung. ausgedehnt auf 8 wochen. beste entscheidung! was war ich nervös. was war ich unsicher und hatte angst durch mein chemobrain zu doof für die buchhaltung geworden zu sein. doch ich wurde eines besseren überrascht. ich war gut. für meine verhältnisse natürlich. aber in anbetracht der tatsache, dass zu dem zeitpunkt vieles umstrukturiert wurde mit neuem system und pipapo, kann ein bisschen eigenlob nicht schaden. ganz so euphorisch ist es heute nicht mehr. nach 8 wochen hatte ich mit urlaub abbauen und reduzierung auf einen 7 std tag tatsächlich das optimale pensum gefunden. die 4 tage woche hab ich beibehalten, aber nun bin ich seit dem sommer bei 8 std pro tag. und das, ja das bringt mich manchmal an meine grenzen. ich weiß, es gab einen blog über meinen flow, den ich erreicht hab.. aber was so eine unbedeutende stunde so auswirken kann… nach 365 tagen zurück im arbeitsalltag kann ich sagen, leicht ist anders. es braucht für mich ganz schön viel disziplin mein qi gong zu praktizieren. mein essen täglich frisch zuzubereiten. mich nicht stressen zu lassen. gelassen zu bleiben. mich an der frischen luft zu bewegen. meinen haushalt zu schmeißen. und manchmal bin ich so müde. ich will einfach nur zu hause bleiben. nichts tun. blöd schauen. und mir keine gedanken machen, ob jetzt kein qi gong diese woche meine lebenserwartung minimiert. 

dieser post ist keine beschwerde. sondern ein resümee des letzten jahres. alltagstechnisch allerdings eine unglaubliche herausforderung. in dem ich schnell mal überfordert bin. schlechte laune hab. nichts hören und nichts sehen will. aber es war ein schönes und tolles jahr. welches ich in vollen zügen genossen hab. aber so ist es wohl, das leben nach dem krebs. von einfach war wohl nie die rede. 

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mut-macher

meine diagnose brustkrebs war am 21. oktober 2 jahre alt. in der ganzen zeit der therapie hatte ich einen talisman bei mir. er war bei jeder chemo dabei. bei jedem blutabnehmen. bei jedem arzttermin. bei jeder op und jeder bestrahlung. meine mama hat ihn mir geschenkt. praktisch zu meiner sentinel-op. also meiner ersten op, mit der alles begann. ein kleiner silberner anhänger Die Wundertätige Medaille. heute habe ich sie nicht mehr. deshalb der link. denn als wir dieses jahr zum zweiten mal in altötting waren, hab ich sie in einer der kirchen gelassen und mir symbolisch einen lebensbaum geschenkt. ihn trage ich heute. zu jeder nachsorgeuntersuchung und zu jedem arzttermin. und wenn ich mich danach fühle.

von der Hl. Maria gibt es somit leider kein aktuelles foto mehr. aber natürlich vom Lebensbaum.

warum ich das hier schreibe? Amoena hat zur >Mut-Macher Blogparade< eingeladen und fragt Wer (oder was) hat Ihnen während der Brustkrebs-Therapie Mut gemacht, wenn es Ihnen wirklich schlecht ging? Näheres dazu findet ihr über diesen Link Mut-Macher Blogparade

nun, bei mir war es der marienanhänger. unter anderem. denn um ehrlich zu sein, gehört bei mir ein ganzes sammelsurium dazu. familie. mein kater. mein zuhause. freunde. die natur. was aber immer mit dabei war und immer noch ist, was mir kraft gab und immer noch gibt und ich bewusst als mut-macher bei mir habe, ist diese kette. auch wenn sich der anhänger mittlerweile von der Hl. Maria zum Lebensbaum gewandelt hat.

hier somit ein vorher und nachher. 

überlebt… 

… hab ich mein erstes jahr nach therapieende. am dienstag war mein thorax ct und heute von der onko abgesegnet, den befund ohne befund bestätigt bekommen! das heißt, ich hab das erste kritische jahr ohne rückfall überlebt. diese offizielle info am 9. november zu bekommen ist irgendwie cool. heute vor zwei jahren bekam ich meine erste chemo EC. eine von 4. die erste von insgesamt 16. der anfang von 9 monaten therapie. um diese zeit saß ich wie ein häufchen auf meiner couch. ohne jeden schimmer was die kommenden tage und dann monate auf mich zu kommen würde. und eigentlich ist es gar nicht lange her… grad mal so lange wie der tüv rhythmus… 24 monate… vergangen wie im flug. alles scheint so weit weg. manchmal unwirklich, dass es jemals so war. und doch irgendwie allgegenwärtig.

ihr merkt… ich dreh mich im kreis… weil mir verdammt noch mal gar nicht mehr dazu einfällt. außer das ich unfassbar dankbar bin, dass das jahr ein jahr ohne krebs war. ich sehe es mal als auftakt für ein wundertolles leben ohne krebs. 

LIEBSTER AWARD

unfassbar! wurde ich von mairose42 doch tatsächlich nominiert! nominiert für den >LIEBSTER AWARD< und das völlig unerwartet. das erste mal. schreibe ich doch meinen blog hier eher unaufgeregt und nur alle paar wochen. VIELEN DANK LIEBE MARY für die nominierung!

kurz zum >LIEBSTER AWARD< dieser soll auf blogger mit weniger als 200 follower aufmerksam machen. da ich die nominierung hiermit sehr gerne annehme, gebührt mir nun auch die ehre zu nominieren. aber zu den auserwählten und awardregeln später mehr. zu erst gibt es nämlich von mary fragen zu beantworten. also los:

1. Welche Jahreszeit liegt dir mehr?

eine schwere frage, sogar die schwierigste von allen! zum ende jeder jahreszeit freue ich mich bereits, wenn sie im nächsten jahr wieder kommt. und beginnt eine neue, so freue ich mich, dass sie endlich da ist. ich genieße sowohl schmuddeltage (da ich keinen ich-muss-raus-um-das-schöne-wetter-zu-nutzen-drang verspüre), als auch die lagen warmen sommertage. geschweige denn, das frische grün und die blüten im frühling und die bunten herbstwälder. ihr merkt schon, ein dilemma sich hier entscheiden zu müssen. also tue ich es nicht.

2. Trinkst du morgens lieber Tee oder Kaffee?

kaffee. definitiv kaffee. ich liebe tee. eigentlich. aber seit meiner chemo, als tee den kaffee ersetzte, hab ich leider eine latente teesperre… und wenn, dann kommt tee tatsächlich eh erst nach dem ersten kaffee morgens in frage.

3. Was hat dich dazu bewegt zu bloggen?

nun, das war wohl meine erkrankung. ich hab mich nie mit bloggen beschäftigt. nie blogs verfolgt. doch durch die entdeckung der vernetzten patientinnenwelt führte eins zum anderen und aus meinem tagebuch wurde unfuckingfassbar. er dient eigentlich mittlerweile ausschließlich dem „danach“. anders ist es auf instagram. dort nimmt der krebs mittlerweile eine eher mickrige rolle ein 🙂

4. Welche Musik findest du gut?

uhhh musik. ich liebe gute musik. ich kleines vinylhäschen. ich liebe italo-disco. disco. electronic. house. electro swing. pop. synth-pop. ein bisschen funk.

5. Welche art von Filme guckst du gerne?

vorzugsweise actionreiche filme mit einer prise humor. das leben ist hart genug, da darf der film auch gerne sinnfrei sein und ein superheld schadet nie.

6. Hat du eine Lieblingsserie?

dexter

7. Was oder wie kochst du am liebsten?

am liebsten koche ich ein mindestens 3 gänge menü zu weihnachten. das darf gerne auch ausgefallen und neuland sein. ansonsten fällt die kocherei eher spartanisch und einfach aus und besteht hauptsächlich aus salat schnippeln. außer an ostern, da könnte es auch umfangreicher werden.

8. Magst du Tiere? Hast du ein Haustier? Wenn ja Welches?

ich bin ein katzenmädchen. aufgewachsen mit unserem kater, der stolze 22 jahre wurde. das hat mich das wohl geprägt. somit begleitet mich nun seit fast 13 jahren mein tiger. und ja, ich mag tiere. es ist ein hochgenuss tiere in freier wildbahn zu sehen. was fast immer auf unseren wöchentlich spaziergängen passiert. besonders rehe. naja eigentlich mag ich alle. ich freu ich sogar wenn ich ein u-bahn-mäuschen erspähe

9. Windows oder Mac? Was liegt dir mehr?

das ist dann wohl windows. aber nur, weil ich noch nie mit einem mac gearbeitet hab…

10. Welche Person ist oder war die wichtigste in deinem Leben?

das ist meine mama

11. Wenn du nochmal von vorne beginnen könntest, würdest du an deinem Leben was ändern wollen? Oder es anders Leben wollen?

nein. ich mag mein leben. wäre ich irgendwann mal wo anders abgebogen, würde ich wahrscheinlich nicht hier wohnen (mehrgenerationenhaushalt). hätte wohl meinen mann nicht kennengelernt. jede erfahrung in der liebe, dem beruf hat mich zu dem menschen gemacht der ich heute bin. ein mensch der glücklich und zufrieden ist mit seinem leben 🙂

nun bin ich an der reihe. ich darf nominieren und den nominierten fragen stellen. erstmal die awardregeln zum >LIEBSTER AWARD<

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere 3 (bis 11) weitere Blogger für den Liebster Award.
  4. 
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.
  6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

und nun meine fragen:

  1. gibt es einen geruch, den du mit deiner kindheit verbindest? wenn ja, welchen?
  2. bist du eher ein ruhemensch oder ein actionmensch?
  3. wer oder was ist dein ruhepol?
  4. wohin möchstest du in deinem leben unbedingt mal reisen?
  5. auf welchen feiertag freust du dich jedes jahr?
  6. kaufst du im supermarkt mit oder ohne einkaufszettel ein?
  7. welche musik macht dich glücklich?
  8. warum hast du angefangen mit bloggen?
  9. hättest du ein krafttier, welches wäre es?
  10. wer kennt dich am besten?
  11. duscht du lieber morgens oder abends?

nun zu den nominierten. ich würde mich freuen, wenn ich euch über die nominierung freuen würdet, bin aber alles andere als nachtragend, solltet ihr es doof finden.

Vale47 mit ihren blog lebenmitbrustkrebs folge ich schon ziemlich lange. sie bekam die diagnose ein halbes jahr nach mir. ich mag ihre art zu schreiben. sie ist sehr klar und sachlich (was denke ich durch aus an ihrem beruf liegt) und ich mag es, wie sie ihr neues leben lebt.

dazu gesellt sich derbrustkrebsundich ein unter anderem sehr fotoreicher blog. auch sie hat dem tumor gekündigt und lebt das leben danach. dem ich sehr gerne folge.

und zu guter letzt, der wiener mit seinem blog schonwiederkrebs ich folge ihm erst seit kurzem und auch das sehr gerne. und auch er machte seine erfahrungen mit dem krebs.

vielen dank für die aufmerksamkeit und noch einen geruhsamen sonntag euch allen 🙂

p.s. da ich lt. regeln die nominierten informieren muss… watch out… you got mail!

2 jahre… 

… sind es heute. vor 2 jahren saß ich im arztzimmer des brustzrentrum und wurde mit den worten > leider haben wir das ergebnis frau k. < begrüßt. ein tag, der sich eingebrannt hat. aber… an dessen dunkelheit ich mich nur noch schemenhaft erinnern kann. unfassbar, dass ich das vergessen konnte. ich weiß, dass ich wie in einem schlechten film da saß. weinte und immer wieder fragte, wie denn das sein kann. war doch alles unauffällig. und ich weiß, dass ich kurzzeitig in ein tiefes loch fiel. aber an dieses gefühl… kann ich mich nicht mehr erinnern. es war. es ist vorbei. therapie vorbei. krankenstand vorbei. seit 262 tagen wieder in einem alltag lebend. ja, leben. das ist es. es fühlt sich so gut an. anstrengend manchmal. aber so unglaublich gut. 

der großteil meiner nachsorge nach einem jahr therapieende ist geschafft. alles ohne befund. nur noch eine außerordentliche untersuchung steht aus. ohne verdacht, nur nummer sicher. hab ich das im november auch ohne befund… hui dann hab ich mein erstes jahr rückfallfrei gelebt. ein risiko, das in meinem fall statistisch unglaublich hoch liegt. ein risiko, welches aber mit jedem jahr geringer wird. alter falter! und erst dann stoß ich darauf an.

eigentlich ist mir selten nach heulen, außer ich hab ein glas wein zuviel und schau den ‚falschen‘ film 😉 aber an meinem diagnosetag irgendwie schon. ist es doch ein besonderer tag. ohne diesen… weiss ich nicht was heute wäre. mein gott, im leben hätte ich nicht gedacht an krebs zu erkranken! wer denkt denn schon daran. 33. keine familiäre vorbelastung. auf ein gesundes leben geachtet. aber heute bin ich eine von 8 frauen, welche an brustkrebs erkrankt war. eine von 70.000 jährlich allein in deutschland. ich gehöre zu den 15%-20% triple negativen. und heute 2 jahre später sitze ich hier. in meiner küche. hatte ein schönes frühstück mit meinem mann. einen wunderschönen waldspaziergang mit meiner mama. meinen neffen gekuschelt. und ja… zum besonderen tag… ein glas wein. 

was will ich mehr. ich bin hier 🙂 

U R L A U B… 

… urlaub auf mallorca… urlaub…

wie wunderbar doch dieses kleine unscheinbare wort [urlaub] klingt.

wir haben urlaub. um genauer zu sein… ich habe 3 wochen und mein mann 2 wochen. die erste woche war nur für mich! einiges vorbereiten für den urlaub. noch ein zahnarzttermin. lymphdrainage. und weil mich eine panik überkam… kam noch ein besuch bei der onko dazu. denn vor einigen wochen ging es los mit herzrhythmusstörungen. anfangs nur gelegentlich abends. dachte das geht schon wieder. dann immer öfter. dann in meiner vorletzten arbeitswoche auch noch in der arbeit. das war zuviel für mein kleines panikhirn und ich musste eine kontrolle vereinbaren. man weiß ja nicht… ist es eine spätfolge der chemo? immerhin wurde extra das herz kontrolliert vor beginn der behandlung. seitdem nicht mehr. das steht nun an… nach dem urlaub freilich. oder stimmt etwas mit dem port nicht? lange rede, kurzer sinn. ich wollte halt nicht auf der insel verweilen und irgendwas kommt dazwischen. aber meine wunderbare onko hat mich beruhigt. der port kann es kaum sein. und sie schallte kurz um zu sehen, ob etwas auffälliges wäre. und zur sicherheit noch eine blutabnahme. aber alles gut. klar… was sollte denn auch sein… somit hatten wir praktisch eine latente vorurlaubspanikattacke. vermutlich weil… erstens ich seit diagnose nicht mehr im urlaub war… und zweitens danach die große nachsorge ansteht und dann bekanntlich mein erstes hochkritisches jahr eines rückfalls vorbei ist. 

nun gut. alles erledigt. am freitag noch ein schöner mutter-kind-tag für erwachsene. dann packen. und am montag ab die post zum flughafen.

im flieger über den wolken. da musste ich an unseren letzten urlaub denken… da war es auch mallorca. ca. 3 wochen nachdem ich meinen knoten ertastet hatte. das (unauffällige!) sono war damals erst nach dem urlaub. jetzt weiß ich, er war schon da. ob es auch schon ein tumi war… keine ahnung. doch die letzten 28 monate vergingen unerwarteterweise schnell, für kurze zeit wusste ich in den letzten 28 monaten nicht, ob ich nochmal in nen flieger steigen würde… doch jetzt sitz ich hier. im flieger. krebsfrei soweit. bald 2 jahre brustkrebsüberlebende.

und der urlaub… wunderbar! eine finca. auf dem land. kein mensch weit und breit. 9 tage erholung pur. und weil wir beide nicht die typischen wir-müssen-gesehen-haben menschen sind, haben wir auch nicht viel gesehen. die meiste zeit verbringen wir am haus. mit pool. klar mal strand. klar mal von palma mit der eisenbahn nach sóller. doch 6 tage gibt es ausschließlich… nichts tun. lesen. kochen. musik hören. blöd schauen. und das können wir verdammt gut! man hört hier keinen menschen. kaum autos. keinen zug. nur vogelgezwitscher. krähende hähne. schafe mit glocken für ein alpenfeeling, grillenzirpen die ganze nacht… und einen esel (der mich jedes mal schmunzeln lies) der erholungsfaktor ist für uns beide unglaublich hoch. und ich flipp aus, weil frische granatäpfel und frische feigen vom baum im garten.

der krebs ist übrigens trotzdem dabei. er schwirrt irgendwo in einer blase um mich rum. nur weil ich im urlaub bin ist der krebs nicht zu hause geblieben. aber er ist sehr passiv. ich kann den urlaub genießen. mit gutem essen. gutem wein. und auch mal eine eisige oder chipsige ausnahme machen (…und um das cerveza des letzten abends nicht zu unterschlagen, weil eine flasche wein auf 2 tage zuviel gewesen wäre) was ich aber trotzdem mitgenommen habe für mein wohlbefinden ist mein granola, mein leinsamen und leinöl, mein sonnenblumenöl zum ölziehen, mein brot und mein xucker. und unsere french press (gott sei dank). 

und das war er. unser urlaub. wunderschön erholsam. traumhaft ruhig. und das beste, keine herzrhythmusstörungen! somit war es wohl der stress. was für mich bedeutet, ich muss in der arbeit einen gang zurück schalten. ich gestehe mir eigentlich bewusst zu, dass ich keine 100% mehr erreichen muss und doch habe ich mittlerweile das gefühl ich mache es. ich arbeite 4 tage und leiste so ziemlich das gleiche wie vorher… hab ich das gefühl… so vergleichstechnisch zu vorher. doch meinen tag frei brauche ich. zum nichts tun und blöd schauen. an diesem tag kann ich auch nichts anderes tun. denn hab ich den nicht, bin ich am limit. puh… hab ich erst jetzt im urlaub erkannt. gefahr erkannt, gefahr gebannt… hoffentlich. ob sich das bei einer 3 wöchigen urlaubsvertretung umsetzen lässt werde ich sehen. und die lymphdrainage hat mir auch nicht gefehlt. auch das wohl eine reine begleiterscheinung der schreibtischtätigkeit. 

jetzt sind wir zurück. nebenbei ein jahr älter. und es ist schön wieder daheim zu sein. am montag gehts wieder los ins büro. dann im oktober noch die große nachsorge. ein termin jagt den nächsten… wieder. aber erst wird noch ein paar tage entspannt. im wald spaziert und der herbst genossen. 

unterm strich… 

… gibt es viel mehr feiertage! 

das muss mich immer wieder feststellen. damit meine ich nicht das gesetzliche feiertagsparadies deutschland. sondern meine persönlichen feiertage. 

01. oktober: geburtstag

21. oktober: diagnosetag – und ab diesem tag darf man sich survivor nennen 

18. april: letzte chemo 

12. mai: op – tumi zog aus. bedeutet,  seit diesem tag bin ich quasi krebsfrei

22. august: letzte bestrahlung… was heißt offizielles therapieende. und ab hier zählt man die rückfallfreien jahre (klingt doof… ist aber so)

dazu kommt ja auch noch jeder nachsorgetermin. alle 3 monate… zwei ärtze, dann noch diverse zusätzliche untersuchungen… 

oh… und den zurück-im-job-tag könnte man auch dazu zählen. das wäre dann der 6. dezember. 

also meine damen und herren… es gibt viel zu feiern. und nachdem das leben schön ist, feiere ich natürlich dazwischen auch viele tage. im letzten jahr habe ich festgestellt, man kann gar nicht genug gelegenheiten haben. und mit feiern meine ich nicht, dass ich ne party schmeiß. nein, manchmal reicht es schon für mich alleine zu feiern… weil die sonne scheint, weil es regnet, weil weil weil… das ginge endlos. manchmal sitzen wir aber auch zusammen und stoßen bewusst auf das leben an.

in diesem sinne, auf das leben! es heißt ja so schön, man muss die feste feiern wie sie fallen. und wie sie fallen bestimme in diesem falle einfach ich 🎆

1 jahr nach therapieende…

…bin ich quicklebendig! 

ich habs geschafft. dieses statistisch kritische erste jahr!

das schreit nach einem feiertag 🎉 den ich aber erst nach meiner nächsten, umfassenden nachsorge feiern werde. nichtsdestotrotz fühl ich mich unglaublich stark… und zugleich doch sehr zerbrechlich. immer im hinterkopf schlummernd, dass mich dieses unfassbare glück des gesundseins verlassen könnte. und doch ist genau diese tatsache dafür verantwortlich, dass ich das leben viel mehr genieße. dafür brauche ich keine großen unternehmungen. keine urlaube. keine action geladenen erlebnisse. nur das leben an sich. das einatmen und ausatmen. das lächeln das es mir ins gesicht zaubert bei einem wunderbaren augenblick. das sein.

heute vor 1 jahr war meine letzte bestrahlung. 10 monate therapie waren zu ende. ein harter alltag war zu ende. heute bin ich in einem neuen alltag angekommen. es hat sich eingespielt. bei 100% bin ich nicht. muss ich aber auch nicht. habe ich für mich beschlossen. und da fällt mir eine unterhaltung ein, welche ich bei meiner letzten nachsorge im wartezimmer bei meiner onkologischen gynäkologin hatte. ein junger mann, der auf seine mutter wartete, fragte mich wie es mir geht. und wo ich noch hin will und was meine ziele sind im leben. hm… solche fragen konnte ich vor 10 jahren schon nicht beantworten. und jetzt? was will ich, außer diesen zustand zu behalten? …hawaii. mind. 4 wochen. vor 40, also bevor meine möpse meine knie begrüßen. letzteres hab ich allerdings für mich behalten 😉 aber das ist eigentlich nicht wichtig. ich habe keine ziele. und eigentlich hatte ich sie noch nie. ich bin momentan unglaublich zufrieden mit meinem kleinen, unspektakulären leben. ich würde nichts ändern wollen. und das war auch nach längerem überlegen meine antwort. und nach einer kurzen pause beglückwünschte er mich 》das können nicht viele behaupten《 an dieses gespräch erinnere ich mich immer wieder mal und ich empfinde es nach wie vor als ehrenwert, wie sehr er meine aussage schätzte.

 so und nicht anders ist es. angst hin oder her. wichtig ist, sie dominiert nicht mein leben. sie gehört dazu. aber das tut regen zum wetter auch. und tatsächlich wäre das leben ohne nicht so besonders.

same procedure as every 3 months

… die berüchtigten 5 tage… alle 3 monate…vor der nachsorge. 5 tage die niemand bestellt hat und niemand braucht.

es fängt an mit einem flauen magen. dann kommt angespanntheit dazu. plötzlich hab ich ganz viele symptome. die muskeln schmerzen. die knochen. ich hab husten. und natürlich ist mit schwindelig und ich sehe verschwommen. klarer fall von krebs. da is er wieder. logisch. warum ist mir das nicht früher aufgefallen. stimmt. vorgestern war ja noch gar nix… dazu gesellt sich überreiztheit. müdigkeit. und ich kann schon mal unhöflich werden. dieser zustand dauert ca. 3 tage.

dann endlich kommt der tag der nachsorge bei meiner onko. lebersono, lymphsono und blutbild. zuhause aber erstmal noch 3x zur toilette, nervöser magen, nervöse blase… gut das nie blutdruck gemessen wird. hab ich diesmal zuhause aus jux und dollerei. 156/114… das erklärt wohl so einiges. das ich mir zu hause bereits sämtliche metas eigendiagnostiziert habe verschweige ich meiner onko erstmal und endlich lieg ich nun auf der ultraschallliege und ich kann ihr nicht ins gesicht sehen… jeder blick könnte fehlinterpretiert werden. und da kommts… alles in ordnung! dann noch blutabnehmen. dann warten. gespräch und warten. im schnitt komm ich nie unter 2 stunden raus. viele beschweren sich darüber. alle sind aber mindestens doppelt so alt wie ich. ich nehme das so hin. kann eh nichts daran ändern. viel erschreckender finde ich die anzahl an patienten/innen die hier warten. an diesem tag 4 scheint mir dann die sonne aus dem allerwertesten und meist belohne ich mich mit shoppen.

tag 5 ist der tag danach. ich bin zerstreut. durch den wind. schusselig. und unglaublich weinerlich. die zertreutheit zieht sich allerdings eine woche hin. ich vermute das es an der abfallenden anspannung liegt. auch hab ich das gefühl, dass sie von termin zu termin mehr wird. mein statistisches rückfallrisiko ist in den ersten 3 jahren recht hoch… also bleiben bald noch 2 jahre in denen zeit für anspannung ist. super… aber hey! nur noch 2! die nächste nachsorge wird wieder umfangreicher. meine onko möchte beim nächsten mal darüber sprechen was alles sinnvoll zu checken ist, ohne den körper mit unnötig strahlen zu belasten. aber jetzt erstmal 3 monate entspannung.

die engsten menschen um mich wissen immer von den terminen. ich bin am überlegen, ob ich das bei manchen ändere. selbst wenn ich einen rückfall nicht beim universum bestellt hab… jeder wartet auf das ok… was wenn ich es irgendwann mal nicht geben kann… lieber teile ich die gute nachricht ohne das alle währenddessen mitbibbern müssen.

lange rede, kurzer sinn… meine 4. nachsorge ist geschafft. alles gut 🍀 yay!

gnackfotzn

gnackfotzn = bayerisch für genickschlag

so fühl ich mich, wenn mir schlagartig bewusst wird, dass ich brustkrebs hatte. ich hab gerade burgzeit = allein zuhause. ohne mann. ich hab mir eine pizza gemacht, ein glas wein gegönnt. okay… es waren 3… und mir ‚Bad Moms‘ angekuckt. mit christina applegate. und da kommt es. direkt ins gesicht bzw. ins genick. fast könnte ich eigentlich losheulen. sie hatte ihn auch. brustkrebs. und doch sind seit ihrer diagnose 9 jahre vergangen. unglaublich wie einen diese tatsache so tangieren kann. macht wohl auch das dritte glas wein. scheiße… ich hatte wirklich glück. die nächste nachsorge rückt bereits näher. mitte juli ist es wieder so weit. und ich merke das ich zu dieser untersuchung immer emotional und unruhig werde. ich schlafe unruhiger. bin in manchen momenten gefangen in meiner gefühlswelt. eigentlich nicht schlimm. aber es veranlasst mich, mich manchmal in den schlaf zu beten. zu bitten, dass der krebs nicht wieder kommt. weil ich eine scheiß angst davor hab. und zu danken, dass es momentan so ist wie es ist. nämlich schön. ich hab ein schönes leben. noch immer oder deswegen noch mehr. trotz der immer wiederkehrenden angst. sie kommt in nicht besorgniserregenden abständen. denn würde sie nicht kommen, wäre es doch irgendwie komisch. im alltag rückt meine erkrankung in den hintergrund und doch ist es der erste gedanke wenn etwas ‚anders‘ ist. wenn ich mich schwach fühle. mir etwas weh tut. ich miese laune hab. und doch bin ich nach wie vor ein glückskind. ausser meinen narben hab ich so gut wie keine nachwirkungen. ich weiß das zu sehr schätzen. und ich bin sehr dankbar dafür. leider macht dieser umstand meine angst manchmal nicht kleiner. vielleicht ist das der preis fürs überleben. ein längeres leben. und trotz allem ein fairer preis würde ich sagen 🍀