gnackfotzn

gnackfotzn = bayerisch für genickschlag

so fühl ich mich, wenn mir schlagartig bewusst wird, dass ich brustkrebs hatte. ich hab gerade burgzeit = allein zuhause. ohne mann. ich hab mir eine pizza gemacht, ein glas wein gegönnt. okay… es waren 3… und mir ‚Bad Moms‘ angekuckt. mit christina applegate. und da kommt es. direkt ins gesicht bzw. ins genick. fast könnte ich eigentlich losheulen. sie hatte ihn auch. brustkrebs. und doch sind seit ihrer diagnose 9 jahre vergangen. unglaublich wie einen diese tatsache so tangieren kann. macht wohl auch das dritte glas wein. scheiße… ich hatte wirklich glück. die nächste nachsorge rückt bereits näher. mitte juli ist es wieder so weit. und ich merke das ich zu dieser untersuchung immer emotional und unruhig werde. ich schlafe unruhiger. bin in manchen momenten gefangen in meiner gefühlswelt. eigentlich nicht schlimm. aber es veranlasst mich, mich manchmal in den schlaf zu beten. zu bitten, dass der krebs nicht wieder kommt. weil ich eine scheiß angst davor hab. und zu danken, dass es momentan so ist wie es ist. nämlich schön. ich hab ein schönes leben. noch immer oder deswegen noch mehr. trotz der immer wiederkehrenden angst. sie kommt in nicht besorgniserregenden abständen. denn würde sie nicht kommen, wäre es doch irgendwie komisch. im alltag rückt meine erkrankung in den hintergrund und doch ist es der erste gedanke wenn etwas ‚anders‘ ist. wenn ich mich schwach fühle. mir etwas weh tut. ich miese laune hab. und doch bin ich nach wie vor ein glückskind. ausser meinen narben hab ich so gut wie keine nachwirkungen. ich weiß das zu sehr schätzen. und ich bin sehr dankbar dafür. leider macht dieser umstand meine angst manchmal nicht kleiner. vielleicht ist das der preis fürs überleben. ein längeres leben. und trotz allem ein fairer preis würde ich sagen 🍀

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7 Gedanken zu “gnackfotzn

  1. Izzie Stark schreibt:

    Liebe Daniela,
    ein kurzer, aber sehr gelungener Text.
    Danke, dass du so ehrlich bist. Die Angst gehört wohl nun zu uns.
    Aber ich denke, es wird immer weniger werden.
    Immer schön auf die tollen Dinge konzentrieren. Das Kopfkino also einfach ausschalten.
    Ich wünsche dir nur das Beste!
    Deine Izzie

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  2. onkobitch schreibt:

    Hey, willkommen in deinem neuen Leben. Ich kann das so gut nachempfinden, mir geht es da zum größten Teil genau so. Es gibt da immer diese kleine Stimme im Hintergrund die sagt, da ist was, da wächst vielleicht was und besonders vor meinen Nachsorgeuntersuchungen. Mein logischer Verstand sieht schon ein, dass eine Verspannung eine Verspannung ist und nicht alle wehwehchen was mit Krebs zu tun haben. Aber der allererste Gedanke fällt genau da hin. Fühl dich also gedrückt! Und ja, im Moment könnte ich auch über alles heulen, egal ob es schön ist oder nicht…Ich denke da steckt noch einiges in uns das Zeit braucht um verarbeitet zu werden. Lg und alles Gute weiterhin 😀

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  3. derbrustkrebsundich schreibt:

    Die Krankheit gehört nun zum Leben dazu, aber sie sollte jetzt eine untergeordnete ‚Rolle spielen, man wird sonst verrückt!! Du machst das alles richtig! Aber ich sage mir immer, ich gehe zur Untersuchung, weil es dazu gehört…aber es ist alles gut! Denn ich will Leben, genieße es und die Einstellung ist so wichtig! Du hast auch eine super Einstellung, zu dem was war und zum Leben, da hat ein Tumor keine Chance zu überleben!!!LG

    Gefällt 1 Person

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